Das Wesen der Zeichnung.

Doris Rehbehn formuliert eine ästhetische Position, die in ihrem Vorgehen den Ideen des Surrealismus nahe ist und die durch ihre bildnerische Qualität besticht.

Die ausgestellten Werke bieten einen hervorragenden Überblick über das Spektrum der neuen Werkserie, die in dem Zeitraum 2007 – 2012 entstanden ist.

Die Werkserie zeichnet sich aus durch eine freie und assoziative Herangehensweise an das Medium der Zeichnung. Der Beginn einer jeden Tuschezeichnung ist für Doris Rehbehn unvorhersehbar, in diesem Moment wird vielmehr der Zufall im Schaffensprozess verteidigt, da die Künstlerin zunächst die Farbtropfen sich einen Weg auf dem Papier finden lässt. Die Bildfindung wird dann im nächsten Schritt mit äußerster Präzision skizziert und mit geübtem Blick für den Eigensinn der Bilder werden die Details in einem intensiven Prozess von der Künstlerin mit Graphit- und Buntstift herausgearbeitet.

Doris Rehbehn lässt den Betrachter neugierig werden, den Prozess der Bildfindung nachzuvollziehen und zieht uns dabei in den Bann der individuellen Suche. Dabei schenkt die Künstlerin dem Betrachter die spielerische Freiheit der eigenen Bildfindung und vertraut der Neugier des Betrachters die Leuchtkraft und Lebendigkeit der ihr eigenen Bildwelt an. Die Künstlerin öffnet dem Betrachtenden ein Fenster zur sinnlichen Erfahrung des Dargestellten, das oft Motiven aus der Natur entlehnt ist, wie etwa einen Sternenhimmel oder den Meeresgrund.

So entsteht in diesen Kompositionen “das Wunderbare” und so gewinnen die Zeichnungen eine außergewöhnliche Ausstrahlung in der Welt des Gewohnten.

Die Bilder werden zu Projektionsflächen für die eigene Anschauung, sie geben Anlass für Deutungen und Vermutungen, doch bleiben sie vor allem rätselhaft offen.